Pokémon-Karten graden lassen: PSA, CGC, BGS und ACE einfach erklärt

Kartenlabor: leere Grading-Slabs mit rotem Label im Vordergrund, dahinter Siegelpresse, Lupenlampe, Mikroskop, Monitor, Labeldrucker und Prüfgerät

Du hast eine Karte gezogen, die einfach perfekt aussieht? Dann stellst du dir wahrscheinlich früher oder später die Frage: Soll ich sie graden lassen? In diesem Beitrag erklären wir, was Grading überhaupt ist, wie sich die bekanntesten Anbieter unterscheiden und wann sich das Graden wirklich lohnt.

Gegradete Karten, oft auch Slabs genannt, sind aus der Welt der Trading Cards nicht mehr wegzudenken. Egal ob Pokémon, One Piece, Yu-Gi-Oh! oder Lorcana: Eine professionell bewertete Karte in einem versiegelten Acryl-Case wirkt nicht nur edel, sie schafft auch Vertrauen beim Kaufen, Verkaufen und Tauschen.

Doch Grading kostet Zeit und Geld. Darum lohnt es sich, vorher genau zu wissen, worauf man sich einlässt.

Was bedeutet Grading eigentlich?

Beim Grading schickst du deine Karte an eine unabhängige Firma. Dort wird sie geprüft, auf Echtheit kontrolliert und nach ihrem Zustand bewertet. Anschliessend wird die Karte in ein manipulationssicheres Case eingeschweisst. Auf dem Label stehen unter anderem der Name der Karte, das Set, eine Zertifikatsnummer und natürlich die Note.

Die meisten Anbieter bewerten auf einer Skala von 1 bis 10. Eine 10 bedeutet, dass die Karte praktisch makellos ist. Schon kleine Unterschiede können dabei viel ausmachen: Zwischen einer 9 und einer 10 liegt bei begehrten Karten oft ein grosser Preisunterschied.

Worauf beim Grading geachtet wird

Grob gesagt schauen sich die Grader vier Bereiche an:

  • Zentrierung (Centering): Ist das Bild gleichmässig auf der Karte platziert, oder ist der Rand auf einer Seite deutlich breiter?

  • Ecken (Corners): Sind alle vier Ecken scharf, oder gibt es weisse Stellen, Abnutzung oder kleine Knicke?

  • Kanten (Edges): Gibt es Abplatzungen oder sogenanntes Whitening an den Rändern, besonders auf der Rückseite?

  • Oberfläche (Surface): Sind Kratzer, Druckfehler, Dellen, Fingerabdrücke oder Linien auf der Holo-Schicht sichtbar?

Gerade bei modernen Karten sind es oft winzige Details wie ein leichter Kratzer auf der Foil oder ein minimal verschobener Druck, die über eine 9 oder eine 10 entscheiden.

Die bekanntesten Grading-Firmen im Überblick

Es gibt mittlerweile viele Anbieter. Diese vier begegnen dir als Sammler in Europa besonders häufig:

PSA

PSA aus den USA ist der wohl bekannteste Name im Grading. Viele Sammler sehen eine PSA 10 (Gem Mint) als eine Art Goldstandard. PSA-Slabs sind weltweit sehr gefragt und lassen sich in der Regel gut weiterverkaufen. Die Labels sind schlicht gehalten und zeigen eine Gesamtnote ohne Teilbewertungen.

CGC

CGC hat sich im Trading-Card-Bereich in den letzten Jahren stark etabliert. Die Slabs sind klar und modern gestaltet. Neben der normalen 10 gibt es bei CGC auch die Bewertung Pristine 10 für Karten, die selbst unter strengster Prüfung praktisch fehlerfrei sind.

BGS (Beckett)

Beckett, kurz BGS, ist besonders bei Sammlern beliebt, die es genau wissen wollen. Beckett arbeitet mit halben Noten und vergibt oft Teilnoten (Subgrades) für Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche. Eine BGS 9.5 ist bereits eine sehr starke Bewertung. Die seltene Black Label erhält eine Karte nur, wenn alle vier Teilnoten eine perfekte 10 sind.

ACE

ACE Grading aus Grossbritannien ist in Europa immer beliebter geworden. Für Sammler aus der Schweiz ist ein europäischer Anbieter interessant, weil der Versand nicht über den Atlantik muss. Auch ACE bewertet auf einer Skala bis 10 und zeigt auf seinen Labels Teilnoten an.

Welcher Anbieter ist der beste? Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Wichtig ist, was du mit der Karte vorhast: Willst du sie langfristig behalten, möglichst gut verkaufen oder einfach sicher präsentieren? Schau dir auch an, welche Slabs für deine Lieblingskarten auf dem Markt am meisten gefragt sind.

Wann lohnt sich Grading?

Nicht jede Karte gehört in einen Slab. Als Faustregel gilt: Grading lohnt sich vor allem dann, wenn die Karte wertvoll, begehrt und in sehr gutem Zustand ist.

  • Seltene moderne Karten: Special Illustration Rares, Alt Arts oder Hyper Rares in Topzustand haben oft das grösste Potenzial für eine hohe Note.

  • Vintage-Karten: Ältere Karten, zum Beispiel aus den ersten Sets oder 1st-Edition-Karten, gewinnen durch eine Echtheitsprüfung und eine gute Note oft deutlich an Vertrauen.

  • Karten mit persönlichem Wert: Auch dein allererster grosser Pull oder deine Lieblingskarte kann es wert sein, sicher und schön verpackt zu werden.

Weniger sinnvoll ist Grading bei häufigen Karten mit tiefem Marktwert oder bei Karten mit sichtbaren Mängeln. Hier sind die Grading-Kosten schnell höher als der Mehrwert.

So bereitest du deine Karte vor

Bevor du eine Karte einschickst, solltest du sie selbst genau unter die Lupe nehmen:

  • Gutes Licht verwenden: Halte die Karte schräg unter eine helle Lampe. So erkennst du Kratzer und Dellen auf der Oberfläche.

  • Zentrierung prüfen: Vergleiche die Ränder links und rechts sowie oben und unten. Ist ein Rand deutlich breiter, ist eine 10 eher unwahrscheinlich.

  • Ecken und Kanten checken: Besonders auf der Rückseite sieht man weisse Stellen schnell.

  • Sauber und sicher verpacken: Die Karte gehört in einen frischen Penny Sleeve und anschliessend in einen Semi-Rigid oder Toploader. Niemals lose oder nur mit Klebeband einschicken.

  • Nicht selbst reinigen: Keine Flüssigkeiten oder Tücher, die Kratzer verursachen könnten. Weniger ist hier mehr.

Plane ausserdem genug Zeit ein. Je nach Anbieter und gewähltem Service kann es einige Wochen oder sogar Monate dauern, bis deine Karte zurückkommt. Aktuelle Preise und Bearbeitungszeiten findest du jeweils direkt beim Anbieter.

Gegradete Karten kaufen statt selbst einschicken

Nicht jeder möchte den ganzen Grading-Prozess selbst durchlaufen. Eine Alternative ist, bereits gegradete Karten zu kaufen. Der Vorteil: Du siehst sofort, welche Note die Karte hat, und musst nicht hoffen, dass deine eigene Karte eine 10 bekommt.

Achte beim Kauf auf ein unbeschädigtes Case und prüfe die Zertifikatsnummer auf der Webseite des jeweiligen Anbieters. So stellst du sicher, dass der Slab echt ist.

Bei TCG-Market findest du eine Auswahl an gegradeten Pokémon-Karten von PSA, CGC, BGS und ACE, zum Beispiel eine BGS 9.5 Darkrai VSTAR SAR, eine CGC Pristine 10 Greninja & Zoroark GX TAG TEAM oder eine ACE 10 Salamence Holo 1st Edition. Alle Slabs findest du in unserer Kollektion Graded Cards.

Kurze Checkliste vor dem Grading

  • Ist die Karte wertvoll oder persönlich besonders wichtig?

  • Sind Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche in sehr gutem Zustand?

  • Passt der Anbieter zu deinem Ziel: behalten, verkaufen oder präsentieren?

  • Sind die Kosten im Verhältnis zum möglichen Mehrwert sinnvoll?

  • Ist die Karte sicher in Sleeve und Semi-Rigid oder Toploader verpackt?

Deine besten Karten verdienen einen besonderen Platz

Grading ist mehr als nur eine Zahl auf einem Label. Es schützt deine Karte, bestätigt ihre Echtheit und macht aus einem besonderen Pull ein echtes Sammlerstück.

Ob du deine eigenen Karten einschicken möchtest oder lieber direkt zu einem fertigen Slab greifst: Bei TCG-Market findest du gegradete Karten, Booster, Boxen und das passende Zubehör, damit deine Sammlung bestens geschützt ist.

Denn manche Karten sind einfach zu schön für den Binder.